Das Geld ist da. Das steckt hinter dem Boom der deutschen Sterne-Restaurants
Die Zahl der Edel-Restaurants nimmt in Deutschland seit Jahren zu. Neue Konzepte wie grüne Sterne und eine flexible Preisgestaltung sollen jetzt noch mehr Kunden in die Luxus-Stätten locken. In einigen Regionen hat sich die Sterne-Gastronomie dabei verstärkt angesiedelt.
Manch einer würde es im Land des Schwarzbrots und der Hausmannskost nicht vermuten, aber die Zahl der Edel-Restaurants nimmt in Deutschland seit Jahren konstant zu. 20 Prozent mehr Sternerestaurants als noch vor zehn Jahren gibt es innerhalb der Bundesrepublik aktuell.
Das sind genau 341, die mindestens einen Stern haben, die Auszeichnung des Guide Michelin. Das Heft bewertet die Qualität des Essens in den Gaststätten und verleiht die wohl begehrteste aller Gastro-Auszeichnungen.
Der ursprüngliche Gedanke des Reiseratgebers: Ein Stern bedeutet, dass ein Lokal einen Stopp wert ist, zwei rechtfertigten einen Umweg, drei sogar, sich extra auf den Weg dorthin zu machen.
Tatsächlich geht es bei der Sterne-Gastronomie um weit mehr als nur gutes Essen, nämlich um exklusive Erlebnisse, mit denen im Jahr 2024 weltweit 72 Milliarden Euro umgesetzt wurden. Laut einer Analyse der Unternehmensberatung Bain & Company gaben Menschen somit mehr Geld für Fine Dining aus als etwa für Luxusmöbel und Haushaltswaren (51 Milliarden Euro) oder Kunst (36 Milliarden Euro).
Bereits 2022 hatte immerhin jeder Zehnte hierzulande schon einmal in einem Restaurant mit Stern gegessen, wie aus einer YouGov-Umfrage hervorging.